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die Gründung des Ortes reicht in vorgeschichtliche Zeit zurück. Der
Bergrücken des Högl, der sich am linken Ufer der Saalach bis in 827 m
Seehöhe erhebt, war seit der jüngsten Steinzeit besiedelt. Zahlreiche
Funde wie Bronzeschwerter, Äxte und Urnen, aber auch Reste römischer
Bauten beweisen die Anwesenheit von Menschen im Gebiet des Högl in den
darauf folgenden Epochen. Im Frühmittelalter wurde der Högl dann von den
Bayern besiedelt. Darauf weisen frühbayerische Ortsnamen rund um den
Bergrücken hin, die mit den Silben -ing
und –ham enden. Für eine Siedlungskontinuität sprechen die
bajuwarischen Reihengräber des 6. – 8. Jahrhunderts in Anger, Aufham,
Piding, Urwies und Mauthausen. Zum weiteren Ausbau dieser Siedlungen dürfte
es erst im 9. und 10. Jahrhundert gekommen sein, wofür die Namen der Einödhöfe
und Weiler sprechen, die die Endsilben –reit und –point führen. Den
Ortsnamen Anger sucht man allerdings in frühen Urkunden vergeblich. Die
älteste Form war zweifellos „Pfaffendorf“, die in Verbindung mit dem
Grafen Witagowo bis in das 9. Jahrhundert zurückverfolgt werden
kann. Dieser Name hat sich bis heute erhalten, bezeichnet aber nicht mehr
den eigentlichen Ort mit der Kirche, sondern einen Ortsteil der Gemeinde
Anger. Die spätere Bezeichnung Elperskirchen, eine geänderte Form für
den ursprünglichen Namen Ellanpurgkirchen, der an die Nonne Ellanpurg
erinnert, die im 10. Jahrhundert die Kirche stiftete, hat sich im
Laufe der Zeit zu Ölbergskirchen entwickelt.
Größere Bedeutung kam bis
ins 20. Jahrhundert dem Ortsnamen Stoißberg zu. 1779 umfaßte das Viertel
Stoißberg die Orte und Weiler Anger, Hadermarkt, Höglwörth (weitere
Informationen über Höglwörth siehe www.enzinger-online.de/hoeglwoerth/inhalt.htm), Holzhausen,
Irlberg, Pfaffendorf, Pfingstl, Reitberg, Stockham, Stoißberg, Tal und
Zellberg. Während Anger damals nur acht Anwesen zählte, umfaßte Stoißberg
14 Einöden mit 20 Höfen. Stoißberg blieb auch nach dem Ende des
Erzstiftes Salzburg namengebend für die Gemeinde und das Viertel bzw. den
Steuerdistrikt. Es kam Ende 1804 mit dem ehemaligen Pfleggericht
Staufeneck zum Landgericht Teisendorf. Dieses wurde nach dem endgültigen
Übergang Salzburgs an Österreich mit Wirkung vom 22. Juni 1818 aufgelöst
und dem Landgericht Laufen zugeschlagen. Die Steuerdistrikte Anger (Stoißberg),
Högl und Piding wurden dem Landgericht Reichenhall zugewiesen. Das
Pfarrdorf Anger hatte im späteren 19. Jahrhundert den Ort Stoißberg an
Zahl der Höfe und Bewohner, aber nicht an Ausmaß des Grundbesitzes überholt.
Obwohl bereits nach 1818 mehrfach der Name Anger für den Steuerdistrikt
auftaucht, blieb Stoißberg bis weit ins 20. Jahrhundert der amtliche Name
für die gesamte Gemeinde, zu der auch Anger gehörte. Erst mit Erlaß vom
17. August 1937 wurde die Gemeinde Stoißberg in Anger umbenannt. Der
Ortsname Anger geht zweifellos auf die große Dorf- und Gemeindewiese zurück,
die noch heute das Ortsbild entscheidend mitbestimmt.
Vom Ende des 11. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts nahmen die Grafen von
Plain die Grafschaftsrechte in diesem Gebiet wahr. Zu ihren Ministerialen
zählten die Herren von Staufeneck, die Erbauer der gleichnamigen Burg zum
Schutz der Salzstraße von Reichenhall nach Teisendorf. Die Burg wurde zum
Verwaltungsmittelpunkt des Pfleggerichts Staufeneck bis zu dessen Auflösung
1805. Den wirtschaftlichen, kulturellen und geistig religiösen
Mittelpunkt der Gegend bildete vom frühen 12. Jahrhundert bis 1817 das
Augustiner-Chorherrenstift Höglwörth, das seine Grundherrschaft über
die Jahrhunderte ausbaute, und dessen Einkünfte in hohem Maße auf dem
umfangreichen Waldbesitz beruhten, der sich bis zum Kamm des 1.300 m hohen
Teisenbergs erstreckte. Seelsorgerisch betreute das Stift das Gebiet der
Pfarrei Anger (Ölbergskirchen) mit den Filialen Steinhögl, St. Johannshögl,
Aufham sowie das Vikariat Piding.
In der von den Höhen umschlossenen Gegend um Anger-Aufham-Högl haben
sich bei den heimischen Menschen alte Sitten und Gebräuche ungewöhnlich
gut erhalten. Besonders das religiöse Brauchtum ist stark ausgeprägt. In
alter Tradition werden zahlreiche kirchliche Feste begangen, aber auch
uralte Bräuche heidnischen Ursprungs gepflegt. Daneben sind die schönen
alten Volkstänze, die kräftigen Schuhplattler, die wundervolle,
kleidsame Tracht, die angestammte Bauweise der Häuser, die Mundart und
die große Liebe zur Musik Ausdruck traditionellen Brauchtums. In diesem
althergebrachten Brauchtum spiegeln sich die Ehrfurcht vor Schöpfer und
Schöpfung, der Reichtum der Landschaft an Formen und Farben, an
Stimmungen und Glanz und eine große Liebe zur Heimat.
Informationen zum Ortsteil Vachenlueg finden Sie unter http://www.vachenlueg.homepage.t-online.de
Viel Vergnügen mit dem Internetauftritt der Gemeinde Anger
Ihr
Silvester Enzinger, 1. Bürgermeister |