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Tourist-Info
Dorfplatz 4
83454 Anger
Tel: 08656/9889-22
Fax: 08656/9889-21 info@anger.de

Berchtesgadener Land



 

Brauchtum und Kultur

Im altherkömmlichen Brauchtum zeigt sich das innere Leben des Landvolkes, seine Freuden und Leiden und auch seine religiöse Haltung. Jeder Landstrich hat neben den vielerorts bekannten Gewohnheiten seine besonderen Gebräuche, Sitten und Eigentümlichkeiten und so war es auch bei uns im Berchtesgadener Land.
Heimat und Brauchtum wird auch in Anger, Aufham und Högl noch ganz groß geschrieben.  Sehr zur Freude der Gäste, die so gelebtes Brauchtum zu sehen und zu hören bekommen.

Schuhplattler des Trachtenvereins D'Hochstaufner Aufham mit dem Holzhacker
Trachtentanz beim Gauheimatabend in Aufham 01
Tracht der Frauen

Tänze und Schuhplattler

Der Name „Schuhplattler“ stammt nachweislich etwa aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Doch schon zuvor wurden Schuhplattler und ähnliche Tanzformen, die sich aus der Tanzpraxis des Ländlers ergaben, praktiziert. Die älteste Erwähnung stammt von einem Mönch, der um 1050 in der Ritterdichtung Ruodlieb einen Tanz beschrieb, der dem späteren Schuhplattler in Gebärden und Bewegungen zumindest ähnelt. Die Tanzbewegungen waren ursprünglich Werbetanzfiguren, ein Tänzer wollte seine Tänzerin mit akrobatischen Figuren beeindrucken und damit für sich gewinnen. Vorher und nachher drehte er sie unter den Händen oder tanzte mit ihr Walzer.

Heutzutage wird der Plattler auf traditionelle Art und Weise vielerorts von Heimat - und Trachtenvereinen ausgeübt, hauptsächlich zur Pflege des Brauchtums. Beim traditionellen Schuhplatteln wird die originale Tracht getragen und z. B. beim Preisplatteln - das ist ein Turnier, bei dem mehrere Vereine und Gruppen zusammenkommen, um im Einzelwettbewerb oder im Gruppenwettkampf gegeneinander anzutreten - wird neben der Exaktheit der Tanzausführung besonders auf die Originalität und Vollständigkeit der Festtracht geachtet.

 Die festliche Tracht der Frauen und Mädchen

Zum "Spenzer" tragen die Frauen den sogenannten "Priener Hut" mit zwei Goldquasten und zwei langen schwarzern Bändern am Rücken. Die Mädchen tragen einen grünen Hut mit weißer Feder. Die heimischen Trachten werden bei kirchlichen Festen und Trachtenveranstaltungen getragen.


Rupertigau-Preischnalzen 2009

Aperschnalzen

Das Aperschnalzen (süddeutsch: aper = schneefrei) bezeichnet einen bayerisch-salzburgischen Brauch des Goaßlschnalzens Es ist ein rhythmisches Schnalzen und Knallen mit einer bis zu 4 Meter langen, kurzstieligen Peitsche (der Goaßl) in kleinen Gruppen, der Passe zu je 9 Personen oder auch 7 Personen. Das Aperschnalzen wird traditionell vom Stefanitag (26. Dezember) bis zum Faschingsdienstag ausgeübt. Es findet normalerweise Ende Januar/Anfang Februar statt und wird nur im bayerischen Rupertiwinkel und im angrenzenden Salzburger Flachgau ausgeübt. Da diese Zeit in den Fasching fällt, wird dieses Brauchtum oft auch als Faschingschnalzen bezeichnet.


Maibaum aufstellen am Dorfplatz in Anger

Maibaum aufstellen

Beim Maibaum aufstellen handelt es sich um einen alten Fruchtbarkeitsbrauch. Für den Maibaum wird ein schöner gerade gewachsener Baum mit etwa 35 Meter Länge ausgesucht am 30. April geschlagen, geschäpst (von Rinde und Ästen befreit) und dann geschmückt.  An der Spitze des Baumes bleibt der grüne Wipfel erhalten. Der Maibaum wird alljährlich am 1. Mai von den Trachtenvereinen hergerichtet und nach ganz der alten Tradition entsprechend von kräftigen Burchschen von Hand aufgerichtet, was bis zu zwei Stunden dauern kann. Dies geschieht mit Hilfe von langen Stangen, den 'Schwoageln'.
Die ganze Nacht über wird der Baum streng bewacht, damit er nicht von Burschen aus anderen Orten gestohlen oder beschädigt werden kann. Allerdings ist das 'Maibaumstehlen' aber ganz genauen Regeln unterworfen.


Fronleichnamsprozession von Anger zur Klosterkirche Höglwörth

Fronleichnam

Das Fronleichnamsfest, kurz: Fronleichnam (von mittelhochdeutsch: vrônlîcham, vrônlîchname, das aus der vrône lîcham entstanden ist, was „Leib des Herrn“ bedeutet; kirchenlat.: Corpus Domini), offiziell „Hochfest des Leibes und Blutes Christ",  regional auch Prangertag oder Blutstag genannt, ist ein Hochfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche, mit dem die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharestie gefeiert wird.  Fronleichnam wird am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest, dem zweiten Donnerstag nach Pfingsten, begangen. In Anger und Aufham schließt sich dem Fronleichnamsgottesdienst eine festliche Prozession, mit dem Allerheiligsten, der Musikkapelle, den Ortsvereinen, Fahnenabordnungen und Erstkommunionkinder, an.


Rupertigau-Preischnalzen 2009

Böllerschießen

Die Geschichte des Böllerschießens lässt sich bis in das 14./15. Jahrhundert zurückverfolgen, wenngleich belegte Chroniken rar sind (Erstnachweis 1377). Das liegt auch daran, dass das Böllerschießen nicht als eigenständiger Brauch betrachtet werden kann, sondern sich mit vielerlei anderen Traditionen entwickelt hat. Die Idee, mit Schwarzpulver Krach zu machen, dürfte so alt sein wie die Entdeckung des Schwarzpulvers selbst. Das Böllerschießen findet an besonderen Festtagen statt, z. B. Heiligabend, Neujahr oder Hochzeiten statt. Zum anderen wird auch bei Trachten-, Schützenfesten und bei Beerdigungen von Kriegsveteranen geschossen.
Bei den Böllergeräten wird unterschieden zwischen Handböller, Standböller und Böllerkanone. Handböller sind meist sehr aufwändig verziert und unterteilen sich weiter in pistolenartige oder auch gewehrartige, welche dann Schaftböller, Böllerbüchse, Böllerstutzen oder Prangerstutzen genannt werden.

Tourist-Info - Dorfplatz 4 - 83454 Anger - Tel: 08656/9889-22 - Fax: 08656/9889-21 - info@anger.de